Maklerrenten: Vorsicht vor Steuerfallen bei der Altersvorsorge

Ein Artikel von Benjamin Adamietz, Geschäftsführer Adamietz & Kollegen | 21.06.2022 - 09:00

Mitunter muss mit einer hohen Versteuerung durch das Finanzamt gerechnet werden, wenn bei der Bestandsübertragung nicht aufgepasst wird.

Bestandsverkauf oder Rente: Die wesentlichen Unterschiede

Besonders kritisch sind Verträge, die einen festen Kaufpreis als Rechnungsgrundlage der Rente vereinbaren. Dies wäre nichts Anderes als ein Verkauf auf Raten – und würde als solcher besteuert. Das Finanzamt würde also sofort Steuern für den gesamten Kaufpreis einfordern. Die Folge: Freibeträge und Besteuerungsgrenzen würden überschritten, wodurch schlimmstenfalls sogar ein höherer Steuersatz für die Einnahmen anfiele.

Es empfiehlt sich daher, bei der Übertragung des Maklerbestands ein Modell mit Zahlungen in variabler Höhe zu wählen. Dies kann beispielsweise durch einen prozentualen Anteil an laufenden Bestandsprovisionen erfolgen. Diese sind Änderungen unterworfen – das Finanzamt kann also nicht sofort den vollständigen Betrag verrechnen. Sämtliches Einkommen aus der Bestandsübernahme ist in diesem Falle in dem Jahr zu versteuern, in dem es tatsächlich ausgezahlt wird.

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Wer klug rechnet, spart durch Freibeträge

Auch Freibeträge sind eine Crux, deren Konsequenzen Makler in den Ruhestand verfolgen. Diese Steuervorteile werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst: Besonders das Alter des Steuerzahlers und die Rechtsform seines Unternehmens kommen bei der Berechnung zur Geltung. So unterscheiden sich die Freibeträge für Einzelunternehmer von denen für juristische Personen wie Gesellschaften mit beschränkter Haftung.

Makler sollten sich im Vorfeld über die geltenden Freibeträge informieren und entsprechend planen. Unabhängig davon, ob eine Einmalzahlung oder eine langfristige Maklerrente vereinbart wird, kann dies dem Makler hohe Steuern und jede Menge Kopfzerbrechen ersparen.

Verkauf oder Unternehmensauflösung: Welches Modell lohnt sich?

Je nach Rechtsform des Unternehmens können Maklern zudem weitere Probleme begegnen. So spielt es eine große Rolle, ob Besitzer einer GmbH beim Eintritt in den Ruhestand das gesamte Unternehmen verkaufen oder ihr Unternehmen auflösen und nur das Betriebsvermögen verkaufen. Pauschal lässt sich allerdings nur schwer sagen, welcher Fall günstiger wäre. Deshalb empfiehlt es sich, diese Entscheidung mit der Unterstützung eines Steuerberaters zu treffen, der die Problematik kennt und kompetent darüber beraten kann.

Es empfiehlt sich dabei in jedem Fall, eine zweite Meinung einzuholen. Viele Steuerberater sind bislang nur wenig vertraut mit dem relativ neuen Thema der Maklerrenten. Makler, die kurz vor dem Ruhestand stehen, sollten daher unbedingt eine zweite Expertenmeinung zum Thema Bestandsübertragung einholen.

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Autor: Benjamin Adamietz

Benjamin Adamietz ist selbstständiger Versicherungsmakler und Geschäftsführer von Adamietz & Kollegen. Er bietet sowohl Privatkunden als auch selbstständigen Unternehmern individuelle Versicherungslösungen an.