Die Beteiligung deutscher Unternehmen am Bitcoin-Boom

Ein Artikel von red | 16.03.2021 - 16:55

Als Satoshi Nakamoto im November 2008 über den Bitcoin schrieb, startete er mit der Veröffentlichung die Erfolgsgeschichte der ersten nachhaltig erfolgreichen virtuellen Währung. Seine wahre Identität ist bis heute nicht bekannt. Von Anfang an war die Faszination an Kryptowährungen, Verschlüsselungsverfahren und der damit verwobenen Blockchain-Technologie hoch – auch in deutschen Tech-Kreisen. Das Interesse an der neuen digitalgetriebenen Finanzwelt führte im gleichen Jahr zu den ersten vier Firmenstarts in Deutschland. Zwei bereits im Januar 2008 gegründete Firmen aus Nordrhein-Westfalen, die sich mit IT-Sicherheit und Software-Entwicklung beschäftigten, erkannten die Zukunftsfähigkeit und nahmen Blockchain-Software in ihren Geschäftsgegenstand im Handelsregister auf.

Zeitgleich zur Erstveröffentlichung des White Papers von Nakamoto gründete sich die ebenfalls nordrhein-westfälische Bitcoin Group SE, heute einer der wesentlichen europäischen Branchenteilnehmer im Bereich Blockchain-Lösungen. Das vierte Unternehmen, das mit einem Beratungsangebot zu Internet-Technologie auf die Krypto-Bühne trat, musste diese 2014 wieder verlassen. 

Deutsche Märkte nehmen Witterung auf

Zwischen 2009 und 2016 verzeichnet das Handelsregister 146 Neugründungen von Unternehmen, die sich virtuellen Währungen, ihren Infrastrukturen, Technologien und ihrem Handel widmen. In diesen Jahren steigt die Kurve der neuen Krypto-Unternehmen nur langsam an, was synchron zur Wertentwicklung verläuft: Während der Bitcoin in den ersten beiden Jahren noch keinen Wert aufwies, der mit anderen Währungen verglichen werden konnte, wurde ihm 2010 ein Wert von rund 0,08 Dollar zugewiesen. Sieben Jahre später erreichte er mit 4.300 Dollar pro Bitcoin einen neuen Höchststand. Ein Anstieg, der sicher für eine wahre Flut an Unternehmensneugründungen ab 2017 mit ausschlaggebend war. 

Peek in 2018/19

Im Jahr 2018 gründeten sich deutschlandweit die meisten Companies, die Bitcoins und andere virtuelle Währungen sowie Blockchain-Technik zum Businessmodell erhoben haben. 252 Unternehmen traten an, um Blockchains abzusichern, Technologien weiterzuentwickeln, Infrastrukturen bereitzustellen, Software-Support anzubieten, zu handeln, zu beraten und zu schulen. 2019 folgten 135 weitere Branchen-Neuzugänge.

Blockchain und Bitcoin entwickelte sich rasant vom Nischenthema zum breit beachteten Phänomen der IT-, Tech und Finanzbranche. Damit einhergehend fächerte sich die deutsche Krypto-Wirtschaft immer weiter in Spezialdisziplinen auf. Dazu gehören Start-ups, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, Blockchain-Technologie in die Geschäftsprozesse von Unternehmen wie Versicherungen oder Finanzinstitute zu integrieren.

Parallel traten Firmen aufs Parkett, die Rechenzentren zum Schürfen der Coins bereitstellten, Investoren und Beteiligungsgesellschaften sowie spezialisierte Unternehmensberater und Betreiber von Internet-Portalen zum Handel mit Kryptowährungen. 

Verheißungsvolle Zukunft 2021

Nach einer Halbierung der deutschen Firmengründungen im Sektor Blockchain von 135 Companies im Jahre 2019 auf 77 Unternehmen im Krisenjahr 2020 blickt der Finanzmarkt optimistisch auf die kommenden Monate. Dazu trägt der Kurs mit seinem bisherigen Höchststand von 58.354 Dollar ebenso bei wie das starke Commitment von US-Instituten wie Master Card, Paypal und Tesla-CEO Elon Musk. Die Kryptowährung gewinnt hierzulande als Bezahlmethode bei Lieferdiensten und im E-Commerce Sichtbarkeit.

Ein Mainstream-Hype, der schon im Januar 2021 in sechs Gründungen mündete. Neben Beratungsfirmen zu Blockchain und Smart Contracts stellt sich ein IT-Projektentwickler für Blockchain Security auf. Auch eine Beteiligungsgesellschaft für Blockchain-Start-ups, ein Fachjournalist und Seminaranbieter sowie eine Online-Plattform zur Währungsumwandlung in Kryptowährung machen sich bereit, ihr Stück vom Bitcoin-Kuchen abzuholen.

„Die deutsche Wirtschaft muss und wird sich auf Zukunftstechnologien wie Blockchain ausrichten, um sich international erfolgreich aufzustellen“, so Alexander Hiller, Geschäftsführer Databyte. „Interessant ist auch, dass die Geschäftsführer in der Kryptobranche mit ihren durchschnittlich 40,38 Jahren weit unter dem Gesamtaltersdurchschnitt von 54,12 Jahren liegen. Wir werden diese junge, lebhafte Unternehmensszene mit Spannung weiter beobachten.“