Deutsche Rück digitalisiert mit KI "Konfuzio"

Ein Artikel von red | 23.11.2020 - 12:35

Um Ausschlüsse in Verträgen zu identifizieren, Personen auf Gesundheitsrisiken zu prüfen oder Schäden strukturiert abzuspeichern, wurden bisher Dokumente (Papier, Scan und E-Mail) manuell gelesen, geprüft und abgetippt. Durch die Zusammenarbeit mit Helm & Nagel und deren künstliche Intelligenz namens “Konfuzio” werden die eingehenden Daten nun digital abgebildet und automatisch verarbeitet.

Die Technologie verarbeitet Dokumente mit einer Kombination aus OCR, Computer Vision und Natural Language Processing, wodurch der Inhalt für Maschinen verständlich wird. Die Deutsche Rück versteht somit den Inhalt von Anfragen, Schadenmeldungen und Rückversicherungsverträgen mit der Cognitive Automation Lösung Konfuzio. Die neuronalen Netze von Helm & Nagel haben bereits tausendfach gelernt, wie ein Mensch Texte zu verstehen. Diese sogenannten vortrainierten Modelle ermöglichen der Deutschen Rück mit einer mittleren zweistelligen Anzahl an Dokumenten ihre eigene KI zu trainieren. 

Der Fachbereich trainiert die KI selbstständig

Die Krankheitsgeschichte einer versicherten Person kann diverse OP-Berichte, Arztbriefe und Testergebnisse umfassen. Die KI wird weder in der Risikoprüfung noch in der Leistungsprüfung müde den Schriftverkehr zu verstehen. Die Prüfer des Versicherers erhalten dadurch einen strukturierten Zugang zu dem Krankheitsverlauf, was die Arbeit mit den Dokumenten stark vereinfacht. Die Patientenakte wird von der Software zuerst inhaltlich kategorisiert, sodass OP-Berichte, Arztbriefe und Testergebnisse inhaltlich und zeitlich sortiert werden können. Danach werden für die Prüfung relevante Einzelinformationen ausgelesen. Hierbei konnte eine Genauigkeit von bis zu 90 Prozent bei neuen Dokumenten erreicht werden. Aus Einzelinformationen wie etwa Gewicht, Alter und Größe kann danach der BMI als eine der zu analysierenden Kennzahl berechnet und über den Zeitverlauf betrachtet werden.

„Die Gesundheitsprüfung bei BU-Versicherungsanträgen ist ein Prozess, der vor allem durch komplexe Fragen viel Unsicherheit beim Kunden mit sich bringt“, sagt Stefan Wittmann, Bereichsleiter Kundenservice Leben/Kranken Deutsche Rück. „Diese Unsicherheit wollen wir dem Kunden nehmen, indem wir die relevanten Informationen automatisiert aus eingereichten Dokumenten auslesen. So müssen nur noch wenige konkrete Rückfragen beantwortet werden. Der Kunde fühlt sich sicherer und hat ein gutes Gefühl beim Abschluss“, so Wittmann weiter.

Der Fachbereich trainiert die KI selbstständig und verarbeitet Dokumente danach vollautomatisch - ganz ohne Programmierung. Doch auch der erfahrene Informatiker und Data Scientist kann eigene Modelle direkt auf der Plattform betreiben. Die Deutsche Rück baut ihren Digitalisierungsvorsprung stetig weiter aus, indem sie innerhalb weniger Tage maßgeschneiderte KI anlernt. Erstversicherer profitieren von neuen Kundenservices kombiniert mit einer Standardisierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen. Somit erreichen diese wiederum eine schnellere Bearbeitung von Anfragen und die Erreichung höherer Kundenzufriedenheit.