Mehr als 500 Teilnehmer waren zum Kongress der Versicherungsforen Leipzig am 23. und 24. März nach Leipzig angereist. Mit mehr als 50 Ausstellern war die vorhandene Fläche überbucht. Damit ist die Veranstaltung der absolute Topevent der Branche in Deutschland.
Spitzenqualität war auch beim Kongressprogramm geboten. Die beiden Keynote-Sprecher, die der Geschäftsführer der Versicherungsforen, Markus Rosenbaum, ankündigen konnte, führten gleich zu Beginn optimal in das Thema ein.
Rüdiger Hackhausen (Vorstandsmitglied in der Zurich-Gruppe Deutschland) zeigte auf, wie sein Unternehmen in den letzten vier Jahren das Schadenmanagement völlig neu organisiert hat. Statt neun regionaler Orte gibt es heute nurmehr zwei Standorte für die Bearbeitung in Köln und Frankfurt. Gleichzeitig wurden sowohl die Organisation als auch die IT und das Management dem neuen Funktionsmodell angepasst. Dieses trennt zwischen Schadenmeldeplattform und Schadenregulierung.
Im Jahre 2009 begann man mit der Einführung einer elektronischen Schadenakte. Bis Mitte 2010 soll das Projekt abgeschlossen sein. Wir bleiben am Thema dran und berichten.
Für die Zurich ist Schadenregulierung ein strategischer Erfolgsfaktor zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Hackhausen: „Die gleichzeitige Steigerung und Verbesserung aller drei Ziele des Schadenmanagement - Servicequalität, Effektivität und Effizienz - ist möglich!“ Die sorgfältige Vorgehensweise in der Konzeptionsphase sei der Schlüssel zum Erfolg. Außerdem müssten die Mitarbeiter in den Changeprozess einbezogen werden.
Wie man es schafft, dass Schäden erst gar nicht auftreten oder zumindest gering gehalten werden, zeigte Dr. Christoph Lauterwasser vom Allianz Zentrum für Technik. Dort wird zum Beispiel in Crashtests darauf hingewirkt, dass der Schadenaufwand bei Fahrzeugen etwa durch einheitliche Stoßfängerhöhen gering bleibt. Darüber hinaus können die Versicherer beispielsweise durch Einflussnahme auf die Bauweise von Fahrzeugen die Schadensquoten und Schadenshöhen verringern.
Für unerwarteten Andrang sorgte im Anschluss das Forum „Automatisierung“. Der Raum dieser Parallelsession war völlig überfüllt als Klaus Westen, Hauptabteilungsleiter Betriebsorganisation der SV Sparkassenversicherung, seine Version einer Industrialisierung in der Schadenbearbeitung präsentierte. Als Ergebnis existiert heute bereits eine automatisierte „Dunkelverarbeitung“ von 52,1 Prozent. Diese soll durch geeignete Maßnahmen in Kürze auf über 70 Prozent hochgefahren werden. Wir werden dazu noch berichten.
Danach zeigte Jens Köppen (Produkt und Organisation der Janitos Versicherung) wie ein ganzheitlicher Plattformansatz für Schadenprozesse aussehen kann. Hierzu berichtete versicherungsbetriebe erst kürzlich ausführlich.
Höhepunkt des Nachmittags am ersten Kongresstag war dann noch der Vortrag von Roland Soffels (Geschäftsführer Generali Schadenmanagement Deutschland) zum Thema „Mögliche Einflüsse europäischer Gesetzgebung auf nationale Schadenregulierungsaktivitäten“. Wir werden versuchen, auch darüber noch ausführlich zu berichten.
Insgesamt ist der Kongress der Versicherungsforen Leipzig in der Assekuranz nicht mehr wegzudenken. Man darf gespannt sein auf die weitere Entwicklung.
hi