Die AOK Bayern nutzt jetzt die SAP-Schnittstelle ihrer Fachanwendung „Fehlverhalten im Gesundheitswesen“ auf Basis der Enterprise Case Management-Lösung Consol CM. Das teilte Consol mit. Die Anbindung an SAP war notwendig geworden, da alte Kunden-Datenbanken seit dem 17. Oktober 2009 nicht mehr gepflegt werden und stattdessen SAP als zentraler Verzeichnisdienst verwendet wird.
Die neue Schnittstelle versorgt Consol CM mit tagesaktuellen Daten der Versicherten und Leistungserbringer und ermöglicht es so, bisher manuelle Bearbeitungsschritte zu automatisieren. Consol ist Spezialist für Entwicklung, Integration und Betrieb komplexer IT-Systeme und setzt dabei auf Middleware-Produkte wie Tibco, Open ESB und Mule.
Der ESB übernimmt die Aufgabe, die historischen Krankenversicherungs-, Rentenversicherungs- und Leistungserbringungsdaten aufzulösen, die Ergebnisse mehrerer SAP-Schnittstellen-Abfragen mit Adress-, Versicherungszeitraum- und Vertragsdaten sowie Ordnungsbegriffen zusammenzubringen und diese in ein einheitliches Format zu überführen.
Neuer Prozess: Methadon-Management
Die Entkopplung der Systeme durch ESB als Integrationsmiddleware, der Einsatz von offenen Kommunikationsprotokollen (WebServices, JDBC, SMTP) und die Verlagerung der Integrationslogik in ESB folgten den Prinzipien der serviceorientierten Architektur (SOA). Mithilfe dieser zukunftssicheren Lösung können neue Anforderungen künftig schnell umgesetzt, die Kundendatenabfragen um weitere Datenquellen erweitert oder ältere Systeme ausgetauscht werden, ohne die betreffenden Business-Anwendungen modifizieren zu müssen.
Im Bereich Betrugserkennung wird bei der AOK Bayern nun auch der Prozess „Methadon-Management“ in Consol CM integriert. Die Betäubungsmittelverschreibungs-Verordnung (BtMVV) verpflichtet Ärzte, die Verschreibung von Methadon der Krankenkasse zu melden. Bisher erfolgte die Erfassung und Überprüfung der Meldungen mithilfe von sieben regional aufgeteilten Access-Datenbanken.
rh