eCall: Branche zeigt deutliche Vorbehalte

 
30.01.2012
 

Die EU-Kommission will 2015 das automatische Notrufsystem „eCall“ für Neuwagen vorschreiben. Die Versicherungsbranche hat diesbezüglich noch einige Bedenken.

Mit eCall wird bei Unfall oder Panne automatisch der Standort des Fahrzeugs an die Notrufzentralen übertragen. Zudem erfolgt ein Rückruf im betroffenen Fahrzeug. Auf diese Weise sollen Polizei und Feuerwehr sofort mitgeteilt bekommen, wohin sie fahren müssen.

Wie das Goslar Institut verlauten lässt, fürchteten Kfz-Versicherungen und ADAC nun, dass sich die Autohersteller die neue Technik zunutze machten und die Autos mittels Zusatzfunktionen in ihre eigenen Werkstätten lotsten. Dies könne das Schadenmanagement der Versicherungen gefährden, erklärt die Initiativorganisation der HUK-Coburg.

Eine Expertenrunde diskutierte das Problem anlässlich des 50. Deutschen Verkehrsgerichtstages in Goslar. Bedenken seitens der Versicherer seien gewesen, so das Institut, dass die Geräte auch bei weniger schweren Unfällen eine automatische Meldung an die Callcenter der Hersteller leiteten. "Grundsätzlich soll der Kunde wählen können, wer die Daten bekommt", erklärte HUK-COBURG-Vorstandsmitglied Klaus-Jürgen Heitmann.

msw