PAC-Kommentar: Atos nun in Führungsposition

 
17.12.2010
 

Durch die Übernahme von SIS (Siemens IT Solutions & Services) wird Atos Origin zum führenden europäischen IT-Services-Anbieter und rangiert auf Platz 6 weltweit sowie auf Platz 3 in EMEA. Bislang lagen Atos Origin auf Platz 11 und SIS auf Platz 22 (ohne kaptive Umsätze) im weltweiten Ranking, in der Region EMEA rangierte Atos Origin bisher auf Platz 5, SIS auf Platz 9.

Atos Origin kann bereits auf eine längere M&A-Historie zurückblicken. Zwischen 1999 und 2009 wuchs der Umsatz von 1,1 Milliarden Euro auf 5,1 Milliarden Euro, vorwiegend durch Akquisitionen (die größten waren Origin im Jahr 2000 und Sema Group in 2004) und Mega-Deals (z.B. KPN in den Niederlanden, KarstadtQuelle in Deutschland, Renault in Frankreich sowie diverse öffentliche Organisationen in Großbritannien). Erst kürzlich trennte sich Atos Origin von einigen Teilen seines Geschäfts (z.B. in Italien, Skandinavien), um seine Profitabilität zu erhöhen, die nun mit einer EBIT-Marge von 5,7 Prozent im Branchendurchschnitt liegt.

Atos Origin ist hauptsächlich auf EMEA-Ebene präsent – das Unternehmen erzielt hier 94 Prozent des Gesamtumsatzes – mit besonderem Fokus auf drei Regionen: Frankreich, die Benelux-Länder und Großbritannien generieren drei Viertel des Gesamtumsatzes.

Seit einigen Jahren schon halten sich Gerüchte, dass SIS (ehemals SBS/Siemens Business Services) von Siemens veräußert werden könnte, insbesondere weil SIS nicht die Profitabilitätsstandards von Siemens erreichen konnte. Unlängst strukturierte der neue CEO von Siemens die Gruppe um und formierte drei Business Units: Manufacturing, Healthcare und Energy. Somit bestätigte er, dass IT kein Kerngeschäft für die Gruppe darstellt. Die SIS blickt auf eine gemischte Erfolgsgeschichte innerhalb des Siemens-Konzerns zurück: Innerhalb von zehn Jahren wuchs der Umsatz von 3,6 Milliarden Euro auf 4,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig sanken der Anteil an kaptivem Umsatz von 30 Prozent auf 22 Prozent und der Anteil am Inlandsgeschäft von 59 Prozent auf 39 Prozent. Der Anteil des Geschäfts in den Regionen Americas und APAC hat sich in diesem Zeitraum von 6 Prozent auf 13 Prozent mehr als verdoppelt.

„Durch die Fusion entsteht ein neuer IT-Services-Marktführer in Europa, der weltweit auf Platz 6 rückt und auf EMEA-Ebene Platz 3 einnimmt“, so Christophe Châlons, Chief Analyst bei PAC. „Darüber hinaus wird die neue Gruppe zu den führenden Application Management- (Platz 5 weltweit, Platz 3 EMEA), Infrastruktur-Outsourcing- (Platz 3 weltweit und EMEA) und BPO-Providern (Platz 14 bzw. 4) gehören. Bleibt abzuwarten, ob sich diese neue Organisation im Kampf um größere Infrastruktur-Deals gegenüber Größen wie IBM, HP, CSC oder T-Systems behaupten kann und will!“


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