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Heft 3/2011
 
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Michael Mehrens, Competence Center Storage W&W Informatik: „Wir konnten durch die Speichervirtualisierung zunächst von acht auf zwei Systeme konsolidieren. Inzwischen ist die Zahl zwar wieder höher, was aber am starken Datenwachstum liegt; pro Jahr nimmt unser Datenbestand um etwa 80 Prozent zu. Ohne die USP V hätten wir wesentlich mehr Speichersysteme.“

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W&W Informatik GmbH

Die W&W macht’s möglich.Die Türen von Banken und Versicherungsniederlassungen schließen für den Kundenverkehr pünktlich jeden Abend – E-Banking & Co sollen jedoch auch außerhalb von Geschäftszeiten zur Verfügung stehen. Für die IT-Abteilung geht der Weg deshalb dahin, die technische Basis für einen Betrieb rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche das ganze Jahr über bereitzu-stellen. Das gilt nicht nur für den Endkundenbereich, sondern auch für interne Anwendungen.

Service Level Agreements (SLAs) und Quality-of-Service(QoS)-Anforderungen haben eine klassische Herangehensweise mit dem Stopp von Systemen bei Migrationen bereits in das Reich der Legenden verwiesen. Downtimes sind daher für die W&W Informatik – verantwortlich für die gesamten IT-Services der Wüstenrot & Württembergische-Gruppe – nicht akzeptabel. Bei der letzten großen Migration bildete die Speichervirtualisierung über eine Universal Storage Platform (USP V) von Hitachi Data Systems die Grundlage für einen unterbrechungsfreien Umzug der Daten.

Keine IT-Inseln

Die W&W Informatik ist der zentrale IT-Dienstleister der W&W-Gruppe. Das Unternehmen entwickelt und betreibt alle IT-Anwendungen innerhalb der W&W-Gruppe, ist verantwortlich für Netze, dezentrale Systeme, Architekturen und Rechenzentren. Derzeit beschäftigt die W&W Informatik über 850 Mitarbeiter an den Standorten Stuttgart, Ludwigsburg und Bad Vilbel.

Um eine entsprechende, hochverfügbare Infrastruktur zu gewährleisten, hat die W&W Informatik eine Vielzahl von Maßnahmen getroffen: Zur Erhöhung der K-Fall-Sicherheit sind die beiden Rechenzentren synchron gespiegelt, darüber hinaus sichern regelmäßige Snapshots und Tests zum Beispiel geplante Fail-over-Szenarien mit Schwenks auf das jeweils andere Rechenzentrum die Verfügbarkeit.

Nicht zuletzt haben Übernahmen dafür gesorgt, dass das Competence Center Storage unter der Mitarbeit von Michael Mehrens neben der alltäglichen Arbeit auch etliche größere Integrationsprojekte durchführte: Übernommene Banken und Versicherungen brachten ihre eigene Infrastruktur mit. Der Einsatz von Technik aus dem Hause Hitachi Data Systems hat geholfen, dass sich die Bildung von IT-Inseln vermeiden ließ. „Zielvorgabe war es, eine durchgängige und einheitliche Infrastruktur zu errichten“, so Mehrens zum strategischen Konzept. „Zudem sollte unsere Umgebung skalierbar sein, da wir es mit einem kontinuierlichen Datenwachstum zu tun haben.“ Neben der Verfügbarkeit war somit die Leistungsfähigkeit der Systeme ein weiteres entscheidendes Kriterium. Beide Rechenzentren sind in einer Backup-Strategie eingebettet, in der ein Standort den anderen bei einem Ausfall ersetzt, um einen Datenverlust auszuschließen. Darüber hinaus nutzen Mehrens und das Storage-Team die Systeme und deren Funktionen, um den Bedarf der verschiedenen Applikationen auf die Zukunft auszurichten (zum Beispiel Aktiv-Aktiv-Modus).

Unter anderem aus diesem Grund begann die W&W Informatik im Jahr 2007 ein Virtualisierungsprojekt auf Basis der USP-V-Technologie. Bereits für das Jahr 2008 war ein modernisiertes SAN-Management in Zusammenarbeit mit Brocade vorgesehen, das die Verbindungsgeschwindigkeit im Netzwerk zwischen Servern und Storage auf 8 Gbit erhöhen sollte. Im gleichen Jahr erfolgte die Migration von den zuvor genutzten 9980 V von Hitachi Data Systems auf die USP V: Das Team transferierte insgesamt 90 Terabyte innerhalb von nur sieben Wochen absolut unterbrechungsfrei. „Ohne die Speichervirtualisierung hätten wir etwa sechs Monate benötigt, um diese Datenmenge umzuziehen“, erklärt Mehrens. „Es wäre nur die Zeit während der immer kleiner werdenden Wartungsfenster im Zuge geplanter Downtimes geblieben.“ Neben dem reinen Zeitfaktor fallen bei einer längeren Dauer auch entsprechend höhere Kosten an, zum Beispiel für den doppelten Betrieb. Zudem ließ sich mit dieser Vorgehensweise auch die Komplexität der gesamten Migration auf ein Minimum reduzieren.

Kontrolliertes Datenwachstum

Die W&W Informatik begegnet dem Datenwachstum in zwei Schritten: Zunächst wird jegliche Wachstumsanforderung einem dreistufigen, stringenten Genehmigungsverfahren unterzogen, dessen Inhalte sind:

▷Bedarfsanalyse inkl. Prüfung zur Architekturkonformität,

▷Anforderungsbegründung,

▷Budgetprüfung.

Die nun verbleibenden Anforderungen bilden das tatsächliche Wachstum, das mit Hilfe von Dynamic Provisioning nochmals reduziert wird und somit weitere Kosten einspart. So konnte die W&W Informatik bei kompletter Verfügbarkeit sämtlicher Applikationen das Speicherwachstum um etwas mehr als 45 Prozent reduzieren (siehe Grafik) statt 464 Terabyte wurden mit Stand Oktober 2010 nur 248 Terabyte tatsächlich beschafft und installiert. Insgesamt sind bei der W&W Informatik 535 Terabyte Speicher netto installiert. „Etwa drei Viertel dieser Speicherkapazität verwalten wir mit der USP V mit internen Kapazitäten sowie mit extern angeschlossenen und virtualisierten, modularen Speichersystemen. Das System läuft reibungslos. Gerade Dynamic Provisioning hat sich bei uns extrem bewährt“, erläutert Mehrens. „Wir konnten durch die Speichervirtualisierung zunächst von acht auf zwei Systeme konsolidieren. Inzwischen ist die Zahl zwar wieder höher, was aber am starken Datenwachstum liegt; pro Jahr nimmt unser Datenbestand um etwa 80 Prozent zu. Ohne die USP V hätten wir wesentlich mehr Speichersysteme.“ Neben dem geringeren Bedarf an Hardware hat Dynamic Provisioning noch einen weiteren Vorteil: Die Performance des Gesamtsystems nimmt zu. „Das integrierte Striping fasst die verschiedenen Laufwerke quasi zu einem zusammen. Auf diese Weise kann auch die Last optimal verteilt werden: Das System kann einzelne Blöcke auf verschiedene Platten legen“, wie Siegmund Kaminski erklärt, der bei Hitachi Data Systems als Director Commercial Sales die W&W Informatik betreut.

Vom reaktiven zum proaktiven Rechenzentrum

Das passende Konzept für die IT-Infrastruktur ist jedoch nur die halbe Miete. „Die richtige Planung ist unverzichtbar“, bestätigt Bernhard Keyerleber vom Hitachi-Lösungspartner SVA. „Allerdings ermöglichen es erst eine regelmäßige Kontrolle zusammen mit einem Feedback der Systeme, Flaschenhälse zu vermeiden.“ Aus diesem Grund setzt die W&W Informatik unter anderem den Hitachi Tuning Manager ein. War zuvor nur ein reaktives Verhalten auf Engpässe möglich, weisen Alarmmeldungen die Administratoren nun auf mögliche Engpässe bzw. Entwicklung zu Engpässen hin. Durch das frühzeitigere Erkennen von Trends lassen sich diese Downtimes nun weitestgehend vermeiden. Die wenigen Momente, in denen die Systeme wegen geplanter Systemstopps unterbrochen werden, sollen künftig durch eine noch tiefer gehende Automatisierung der Systeme weiter reduziert werden.

„Die durchgehende Unterstützung aller bei der W&W Informatik eingesetzten Betriebssysteme steht noch aus; aber der Proof of Concept für die Steuerung ohne manuelle Eingriffe ist für 2011 vorgesehen“, zeigt sich Mehrens zuversichtlich. „Wir waren in jeder Phase sehr zufrieden. Hitachi und SVA haben stets ein unwahrscheinlich hohes Niveau gehalten“, freut sich der W&W-Informatik-Mitarbeiter des Competence Center Storage über die gute Zusammenarbeit. Gemeinsam gehen die drei Parteien den optimalen Einsatz eines Tiered-Storage-Modells an: Daten sollen ja nach ihrer Wichtigkeit und den jeweiligen Geschwindigkeitsanforderungen auf drei verschiedenen Speicherklassen abgelegt werden: Ein High-Performance-Speicher dient für kritische Anwendungen, die etwa drei Viertel der Gesamtkapazität umfassende Produktionsklasse wird ergänzt um eine dritte Klasse für den internen Einsatz. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hat die W&W auf ihrer Roadmap auch den Einsatz von Solid State Disks (SSDs) vorgemerkt. Die Grundlage für das Tiered-Storage-Konzept bilden die gesammelten Daten des Tuning Managers. Zwar ist die derzeitige Ausbaustufe noch nicht am Ende ihrer Kapazität angelangt, dennoch gilt weiterhin: Die W&W Informatik ist technisch auf dem richtigen Weg, den produktiven Betrieb optimal gewährleisten zu können und für die Anforderungen der Zukunft gerüstet zu sein.

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