Wertsichernder Algorithmus

 
Heft 2/2011
 
Wertsichernder Algorithmus
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Autor: Georg Haupt verantwortet als Mitglied des Vorstandes der intersoft AG die Bereiche Softwareproduktion und Architektur.

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intersoft AG

Wertsicherungsprodukte auf CPPI-Basis.Private und betriebliche Altersvorsorge gewinnen für große Teile der Bevölkerung an Bedeutung. Die Versicherungsunternehmen stehen daher vor der Herausforderung, zukunftsweisende Produkte sowohl mit hohen Renditechancen als auch Garantien anzubieten. Die CCPI-Strategie kann hier helfen, dynamische Wertsicherungskonzepte zu realisieren.

In den vergangenen Jahren haben viele Versicherer fondsgebundene Produkte entwickelt, die Garantien beinhalten. Bei diesen Wertsicherungsprodukten wird ein Teil des Vermögens in einer risikobehafteten, ein weiterer Teil in einer risikofreien Anlage angelegt. Dabei stehen für die Versicherten eine deutlich höhere Renditechance als bei konventionellen Leben-Tarifen sowie ein garantierter Mindestwert im Vordergrund.

Versicherungsunternehmen haben bei fondsgebundenen Verträgen den Vorteil, dass das Kapitalanlagerisiko beim Versicherungsnehmer liegt. Denn bedingt durch das Kapitalanlagerisiko sowie aufgrund der Anforderungen aus Solvency II werden klassische Lebens- sowie Rentenversicherungen zunehmend teurer für die Anbieter.

Garantien in
Versicherungsprodukten

Für die Abbildung der Garantien in fondsgebundenen Produkten kommen unterschiedliche Garantie- und Produktmodelle zum Einsatz. Die Absicherung kann wie in Garantiefondskonzepten allein innerhalb der Fondsanlage erzeugt werden. Außerdem kann sie durch Hybridprodukte erzeugt werden, die eine Aufteilung zwischen unterschiedlichen Anlagetöpfen vornehmen.

Das Modell der Garantieabsicherung ist von entscheidender Bedeutung für die Kosten der Garantie und die mögliche Rendite. Im Folgenden wird ein dynamisches Wertsicherungskonzept vorgestellt, das die Ziele Rendite und Garantie optimiert. Zur Anwendung kommt hierbei die „Constant Proportion Portfolio Insurance“-Strategie (CPPI), die das Vermögen zwischen risikofreier und risikobehafteter Anlage nach vorgegebenen Parametern so aufteilt, dass stets ein Mindestwert erreicht wird. Über diesen Mindestwert wird eine vereinbarte Garantie abgebildet. Mit dem CPPI-Algorithmus wird bei dynamischen Hybridprodukten eine Umschichtung zwischen einem konventionellen Deckungsstock und einer Fondsanlage vorgenommen – abhängig von der Wertentwicklung des Fondsvermögens.

Einsatz des CPPI-Algorithmus

Im Folgenden wird die Wirkungsweise des CPPI-Algorithmus erklärt – dem Beispiel liegt ein Versicherungsvertrag auf Basis eines Hybridprodukts mit konventionellem und fondsgebundenem Deckungskapital zugrunde (siehe Grafik). Das Gesamtvermögen setzt sich dabei aus beiden Deckungskapitalen (DK) zusammen. Das fondsgebundene DK wird durch Änderungen der Fondskurse börsentäglich neu bewertet. Das konventionelle DK unterliegt einer Mindestverzinsung in Höhe des Rechnungszinses.

Bei Vereinbarung einer Garantie zu einem bestimmten Zeitpunkt im Versicherungsvertrag, zum Beispiel eine Garantie der Beitragssumme zum Ende der Laufzeit, muss zu jedem Zeitpunkt nur der abgezinste Wert dieser Garantie sichergestellt werden. Dieser Wert entspricht dem „Floor“, dem Mindestwert des Portfolios, der auf jeden Fall garantiert werden muss. Aus der Differenz des gesamten Vermögens und dem Floor ergibt sich ein Puffer („Cushion“), der den maximal erlaubten Verlust darstellt. Nur wenn dieser Verlust einträte, müsste das Vermögen komplett in den konventionellen Deckungsstock gerettet werden. Der dann vorhandene Vermögenswert entspräche dem Barwert der Garantie. Aus dem Puffer wird das maximal zu investierende Risikokapital durch Multiplizieren mit einem Multiplikator ermittelt, der dem Kehrwert des maximal angenommenen Wertverlusts der Fondsanlage innerhalb der Bewertungsperiode entspricht. Im Beispiel erfolgt eine börsentägliche Bewertung. Für das Modell wird ein maximaler Verlust von 20 Prozent angenommen. Der Kehrwert ist der Multiplikator zur Ermittlung des Risikokapitals.

iCPPI: Jeder einzelne Vertrag
ist an der Börse

Durch die börsentägliche Anwendung des Algorithmus auf jeden individuellen Versicherungsvertrag individuelle CPPI (iCPPI) wird sichergestellt, dass jeder Vertrag immer optimal investiert ist. Dabei wird nur so viel Kapital in die Fondsanlage investiert, dass beim angenommenen maximalen Verlust innerhalb eines Börsentags noch die Garantieleistung zukünftig erbracht werden kann. Die beteiligten Fonds selbst müssen keine Garantien leisten; demnach fallen auch keine Garantiekosten innerhalb der Fonds an, wie dies beispielsweise bei Garantiefonds der Fall ist. Nur für den Fall des Fondscrashs um mehr als 20 Prozent an einem Börsentag muss der Versicherer das Kapital auffüllen. Dieses Risiko wird durch Derivate abgesichert; die entstehenden Absicherungskosten werden an den Vertrag weitergegeben. Mit Ausnahme extrem volatiler Börsenphasen sind sie vergleichsweise gering.

Wertsicherungsprodukte schaffen Vorteile

Für den Endkunden ergeben sich durch Wertsicherungsprodukte auf CPPI-Basis erhebliche Vorteile in Bezug auf die Renditechancen der Anlage bei relativ geringen Garantiekosten. Die Möglichkeit der freien Fondsanlage bietet ein Höchstmaß an Flexibilität – Shift und Switch können jederzeit erfolgen und es bestehen Zuzahlungs- und Entnahmeoptionen.

Für Vermittler haben diese Produkte aus Gründen der Beratungshaftung ebenfalls eine hohe Attraktivität. Für bestimmte Produktgattungen, zum Beispiel Riesterprodukte oder Produkte für die betriebliche Altersvorsorge, sind Garantien gesetzlich vorgeschrieben.

Für Versicherungsunternehmen kommt ergänzend hinzu, dass fondsgebundene Produkte die Kapitalanlagerisiken reduzieren und die Versicherer in Zeiten sinkender Zinserträge und steigender Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung deutlich entlasten.

Leistungsfähige IT-Lösung
als Enabler

Die Unterstützung durch die IT-Systeme spielt eine zentrale Rolle für die Umsetzung von Wertsicherungsprodukten im Versicherungsunternehmen. In den vergangenen Jahren hat sich die intersoft AG als Lösungsanbieter für Versicherer stark an den neuen Herausforderungen des Marktes ausgerichtet.

Das Produktsystem, das Bestandssystem für Lebensversicherungen sowie das Modul für die Wertpapierverwaltung wurden auf die Erfordernisse zur Entwicklung und Verwaltung innovativer Versicherungsprodukte ausgelegt. Das Zusammenspiel der Lösungen stellt sicher, dass Änderungen auf dem Kapitalmarkt täglich in den Portfolios der Kunden nachvollzogen werden. Über Schnittstellen wird die Wertpapierdisposition des Versicherungsunternehmens aktualisiert. Dabei wurden neben fachlichen Anforderungen von vornherein auch Performanceaspekte berücksichtigt. Auf dieser Basis konnten neue Entwicklungen bei den Produkten – beispielsweise neue Riesterprodukte – sehr schnell eingeführt werden.

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