Weniger als ein Drittel der europäischen Versicherer setzen im Bereich Schadenmanagement auf innovative Techniken, wie etwa Systeme zur spezifischen Segmentierung von Schadenfällen oder zur Betrugserkennung. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture unter mehr als 50 Führungskräften von Sach- und Unfallversicherern in Europa zu Prozessen und Technologien, bei der Schadenabwicklung.
Nur rund ein Viertel (27 Prozent) der Befragten nutzen bereits „Best-Practice“-Segmentierungsmethoden bei der Bearbeitung von Schadenfällen. Dabei werden die von den Versicherten erhobenen Ansprüche nach Kriterien wie Komplexität, Kundenhistorie und Kundenprofil kategorisiert, um die Bearbeitung des Schadenfalls optimal an die jeweiligen Anforderungen anpassen zu können. Weniger als ein Fünftel (18 Prozent) der Führungskräfte setzen auf moderne Betrugserkennungssysteme, wie beispielsweise Data-Mining-Tools zur Ermittlung von Betrugswahrscheinlichkeiten.
„Um in einem schwächer werdenden Markt erfolgreich zu sein, müssen europäische Versicherer ihr Augenmerk darauf richten, Effizienz im Schadenmanagement durch hoch entwickelte Prozesse und Systeme zu erzielen“, sagt Stefan Knipp, Geschäftsführer im Bereich Versicherungen bei Accenture und verantwortlich für den Bereich Schadenmanagement in Europa.
Einer der Gründe für mangelnde Effizienz in der Schadenregulierung ist die fehlende technologische Integration der IT-Systeme: Fast zwei Drittel (60 Prozent) der Befragten gaben an, dass ihre Systeme für das Schadenmanagement nicht mit anderen wichtigen IT-Anwendungen, wie beispielsweise der Bestandsverwaltung, der Produktentwicklung oder zentralen Kundendatenbanken, verbunden sind. Diese geringe Integration führt zu unvollständigen Datenbeständen und erschwert für die Bearbeiter die entsprechenden Zugriffe auf die Systeme während des Bearbeitungsprozesses. Verspätungen und Fehler in der Abwicklung sind die Folge.
Die Verbesserung der IT-Infrastruktur ist daher auch eines der Hauptziele europäischer Versicherer. Hohe Priorität hat bei mehr als einem Drittel der Befragten (34 Prozent) die Erneuerung der Schadenmanagement-Systeme. Das wichtigste Ziel, das 44 Prozent der Führungskräfte genannt haben, ist die Einführung von „Once and done“- oder „Straight-through“-Prozessen in der Schadenregulierung.
Die Studie zeigt auch erhebliche regionale Unterschiede bei den Prozessen zur Schadenbearbeitung in Europa. Innovative Schadensegmentierung wird in Großbritannien doppelt so oft angewandt als in Kontinentaleuropa (41 Prozent gegenüber 21 Prozent). Beim Einsatz von hoch entwickelten Systemen zur Erkennung von Versicherungsbetrug ist der Unterschied ähnlich groß (29 Prozent Großbritannien, 13 Prozent Kontinentaleuropa). Fast zweimal so viele der befragten britischen Führungskräfte sagen, dass sie Kern- und Nebenfunktionen im Schadenmanagement an externe Dienstleister auslagern (71 Prozent gegenüber 37 Prozent).
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