Der Data Warehouse Bus

Vorbereitungen auf Solvency II

 
Heft 2/2006
 

Wenngleich in Sachen Solvency II noch viele Fragen offen sind, dürfte klar sein, dass Versicherer in Zukunft auf ein effizientes Risikomanagement verpflichtet werden. Um eine wertorientierte und risikobasierte Steuerung eines Unternehmens ermöglichen zu können, müssen aber noch einige Schritte und Vorbereitungen getan werden. Hier ein Lösungsansatz für die Strukturierung des Datenmanagements, entwickelt von sd&m.

Im Oktober 2004 wurde von Capgemini eine Studie veröffentlicht, die auf Basis einer Befragung von 76 Unternehmen den aktuellen Stand der Vorbereitungen auf die Herausforderungen von Solvency II widerspiegelte. Ein wesentliches Ergebnis dieser Studie liegt in der Beobachtung, dass die Identifikation und Bewertung von Risiken gewöhnlich durch die einzelnen Bereiche und Abteilungen erfolgt, die Steuerung und Überwachung dieser Risiken jedoch durch eine zentrale Controlling-Instanz. Ein solches Vorgehen setzt aussagekräftige und homogene Informationen aus allen Bereichen des Versicherungsunternehmens voraus.

Daraus resultiert die Erkenntnis, dass eine einheitliche konsolidierte Anwendungs- und Datenlandschaft für analytische Auswertungen notwendig ist, die unternehmensweit die folgenden Ziele unterstützt:

- einfacher Zugang zu den Daten aller Bereiche des Unternehmens,

-  Verbesserung der Nachvollziehbarkeit bezüglich des Zustandekommens von Berichtsdaten,

- Schaffung einer einheitlicheren Sicht auf den Datenbestand des Unternehmens,

- schneller und leichter zu erstellende Auswertungen und

- Reduktion von manuellen Aufwänden und Schaffung von Freiraum für die Datenanalyse.

Neue Herausforderungen für das Controlling

Wesentliche ökonomische Ziele der Versicherungsunternehmen im Rahmen von Solvency II und damit zu bewältigende Anforderungen an das Controlling sind unter anderem Umsatzwachstum (steigende Beiträge und Versicherungssummen), Erfolg (steigende Gewinne beziehungsweise Kapitalrentabilität) und Sicherheit (langfristiger Unternehmensfortbestand und Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen).

Das in der Vergangenheit zumeist vordringlichste Ziel der kontinuierlichen Steigerung der Bruttobeiträge gilt heute nicht mehr uneingeschränkt. Aufgrund der Entwicklung des Marktes von einem Verkäufermarkt zu einem Käufermarkt ist eine Betrachtung des versicherten Risikos ein wesentlicher Bestandteil.

Der Beitrag einer Sparte am Unternehmenserfolg muss ferner mit dem für dieses Geschäft benötigten Solvenzkapital verglichen werden. Dieser Return on Risc Adjusted Capital (RoRAC) kann signifikant vom eigentlichen HGB-Ergebnis abweichen. Auch eine Sparte mit positivem Ergebnisbeitrag muss daher mit Blick auf Solvency II durch das Controlling neu bewertet werden.

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