Bläsing ging in seinem Vortrag „Entwicklungstendenzen des Lebensversicherungsgeschäfts in und nach der Finanzkrise“ zuerst darauf ein, dass die Versicherer mehr oder weniger unbeschadet aus der Krise herausgekommen sind. Gleichzeitig wächst das Rentenneugeschäft weiter. Denn in Zeiten der Krise zielt das Neugeschäft wieder stärker auf die klassische Rentenversicherung. Versicherer können laut Bläsing diese Chancen jetzt nutzen. Sein Credo: Die Lebensversicherung ist ein hochwertiges und sicheres Produkt zur Altersvorsorge. Wurde vor der Finanzmarktkrise noch über niedrige Renditen, gelächelt erweisen diese sich auch in Zeiten der Finanzmarktkrise als äußerst stabil. Als Beispiel führte er die laufende Verzinsung der Lebensversicherung des Volkswohlbunds an, die 2009 mit 4,75 Prozent deutlich über dem Marktdurchschnitt liegt.
Doch nicht nur die Verzinsung der Lebensversicherung ist für Bläsing wichtig. Entscheidend sei auch, welche Risiken für den Kunden innerhalb des Produkts Lebensversicherung zusätzlich abgedeckt werden könnten. Dazu zählt zuallererst das Risiko Kapitalanlage. Hier sei der Volkswohlbund sehr gut aufgestellt und verfüge über ausreichenden, Reserven. Außerdem habe man den Aktienanteil des eingesetzten Kapitals schon vor der Finanzkrise kontinuierlich auf unter einen Prozent reduziert. Dadurch sei der Abschluss einer Lebensversicherung eine sichere Vorsorge für das Alter.
Weitere, durch die Lebensversicherung abgedeckte Risiken sind Todesfall oder Langlebigkeit. In dem ersten Fall sichert der Versicherungsnehmer die Zukunft seiner Familie ab. Die Versicherungssumme heißt in diesem Fall Todesfallsumme und wird monatlich den Bezugsberechtigten, also der Familie, den Angehörigen, ausgezahlt. Im Erlebensfall sichert sich der Versicherungsnehmer die eigene Zukunft ab. Ein weiters für den Kunden abzusicherndes Risiko sieht Bläsing in der Pflegebedürftigkeit. Hier können Versicherungen sogar von der gestiegenen Vorsorgebereitschaft der Kunden profitieren und entsprechende Angebote in die Lebensversicherungen integrieren. Bläsing schätzte das Wachstumspotenzial im Bereich Pflegevorsorge als sehr hoch ein und empfahl den Zuhörern, jetzt in diesem Segment Kompetenzen aufzubauen. So könne man von dem schlummernden Potenzial profitieren.
Schließlich lässt sich auch das Risiko des Arbeitskraftverlustes in die Lebensversicherung einbauen. Auch hier zeigte Bläsing, dass in Deutschland noch erheblicher Nachholbedarf besteht. So betrug das durchschnittliche Nettoeinkommen in Deutschland 2007 exakt 1.750 Euro, die durchschnittliche Berufsunfähigkeitsrente jedoch nur 462 Euro.
Für alle diese Risiken biete die Lebensversicherung laut Bläsing attraktive Optionen. Voraussetzung dafür sei aber, dass Makler topp ausgebildet sind. Denn die Anforderungen an den Versicherungsmakler sind insbesondere durch die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen gestiegen, das Alltagsgeschäft des Versicherungsvertriebs habe sich grundlegend gewandelt. VVG-Reform, Produktinfoblatt, Beratungsprotokolle, fundierte Sachkenntnisse, Kundeninformationen oder Vermittlerrecht seien nur einige der Schlagworte, die die Arbeitswelt der Versicherungsmakler bestimmen.
Zeiten, in denen manch einer nebenher oder gar nach Feierabend als Versicherungsmakler versuchte, sich ein Zubrot zu verdienen, prophezeite Bläsing daher ein schnelles Ende: „Es wird zu einer deutlichen Bereinigung auf dem Maklermarkt kommen.“
Zunehmende Konkurrenz von den Honorarberatern erwartet Bläsing dabei nicht. Der Normalbürger wolle nicht für die Beratung bezahlen. Viele Kunden würden im Zweifelsfalle ganz auf die Beratung verzichten. Die nötigen Informationen würden sich die Kunden dann aus dem Internet holen. Zum Thema Provision erklärte Bläsing: „Wer anständig vermittelt, hat auch eine anständige Bezahlung verdient.“ Seine Empfehlung lautet, „mit Schirm, Charme und Melone“ auf die Kunden zuzugehen.