Basierend auf einer Extrapolation der rasanten technologischen Fortschritte in den Bereichen Informations-, Telekommuni-kations-, Sensor- und Mikrotechnologie aus der Vergangenheit in die Zukunft ist über die nächsten Jahre mit einer Flut technologischer Innovationen zu rechnen. Diese technologischen Entwicklungen werden unter dem Ausdruck "Ubiquitous Computing" (UC) zusammengefasst. In diesem Artikel wird UC zunächst definiert. Danach folgt eine Herleitung der zur Umsetzung notwendigen Technologien. Schließlich werden strategische Implikationen des UC auf die verschiedenen Werthebel des operativen Betriebsgewinns im Nichtleben-Geschäft aufgezeigt, die in Workshops mit sechs der größten Schweizer Versicherungsgesellschaften erarbeitet worden sind. Das bis 2006 technologisch Machbare ist in einer weltweiten Umfrage via Fragebogen unter 242 IT-Experten aus 219 Firmen in allen sechs Kontinenten (27 Länder) entwickelt und als Grundlage für die Herleitung der strategischen Implikationen des UC verwendet worden.
Was ist Ubiquitous Computing?
UC repräsentiert eine Welt, in der prinzipiell beliebige Gegenstände und Lebewesen (Menschen, Haus- und Nutztiere) auf nicht offensichtliche und diskrete Weise mit datenverarbeitenden und kommunikativen Kompetenzen sowie einer eindeutigen Identität und einer Webpräsenz ausgestattet werden können.
Ergo sind intelligente Gegenstände in der Lage, beliebige Informationen aus der Umgebung aufzunehmen, zu verarbeiten, zu speichern, zu versenden sowie untereinander zu kommunizieren und selbständig auf Informationen im Internet zuzugreifen. Aufgrund der Webpräsenz sind intelligente Dinge via beliebiger elektronischer Gerä-te in der realen Welt anklickbar, so dass deren im Internet gespeicherte Informationen abgerufen werden können.
Zur Umsetzung des UC im Sinne dieser Definition ist ein Bündel verschiedenartiger Technologien notwendig. Auf der Grundlage der Definition und der Analyse gegenwärti-ger UC-Projekte wurden dreizehn Technologien mit strategischer Relevanz für das Nichtleben-Geschäft identifiziert: Radio Frequency Identification (RFID), GPS, Smart Cards, Bluetooth, Suchmaschinen, Web-Services, Kryptografie, "digitales Geld", "Klicken in der realen Welt", "Mobile Commerce", Internettechnologien, Augmented Reality und Wearable Computing.
Die 13 UC-Technologien
RFID dient der automatischen Identifikation durch Radiowellen, wodurch beliebige mit RFID-Tags ausgerüstete Gegenstände identifiziert werden können. Via GPS sind Objekte und Lebewesen auf sechs Meter genau ortbar. Eine Smart Card ist eine Plastikkarte mit Computerchip, die Informationen speichern kann. Bluetooth ist ein offener Kurzstrecken-Funkstandard. Suchmaschinen sind fähig, über eine Stichwortvorgabe eine Volltextsuche über einen Großteil aller im Internet vorhandenen Dokumente durchzuführen.
Web-Services sind Software, konzipiert, um von anderer Software via Internetprotokolle und -formate genutzt zu werden. Ihr Nutzenpotenzial besteht in der Automatisierung von Prozessen sowie der Möglichkeit, beliebige Software über das Internet zu konsumieren. Unter Kryptografie sind Verschlüsselungstechniken zu verstehen, um Computer, Netzwerke, Datenobjekte und Transaktionen zu sichern. Der Begriff "digitales Geld" fasst Zahlungen via Internet oder digitalem Geld, das beispielsweise auf Smart Cards gespeichert wird, zusammen. Digitales Geld dient als Bargeldersatz. Beim "Klicken in der realen Welt" werden beliebige Gegenstände und Lebewesen anklickbar und verfügen über eine Webseite.
Der Begriff "Mobile Commerce" subsumiert beliebige Transaktionen mit einem monetären Wert, die über ein Telekommunikationsnetzwerk ausgeführt werden. Innerhalb der Internettechnologien haben sich strategisch interessante Anwendungen wie Voice over IP, Agenten- oder Peer-to-Peer-Technologien etabliert. Beim Augmented Reality werden einem Nutzer beispielsweise über eine Datenbrille dreidimensionale Informationen in sein Sichtfeld eingeblendet, die dadurch freihändig verfügbar sind. Schließlich geht es beim Wearable Computing um die portable Verfügbarkeit beliebiger Computerfunktionalitäten, die auch als Teil der Kleidung am Körper (Smart Clothing) getragen werden können.
(Lesen Sie den vollständigen Artikel in der aktuellen Ausgabe.)
BECKER