Marktforscher und Unternehmensberater dürften sich selten so einig gewesen sein wie bei der Beurteilung der Marktentwicklung für mobile Endgeräte: Chetan Sharma Consulting nennt die Mobilfunk-Branche den weltweit lebendigsten und am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweig. Gartner bescheinigt dem Smartphone-Segment für das zweite Quartal 2011 ein Wachstum von 74 Prozent. Auch für Versicherungen bedeuten mobile Endgeräte einen neuen Zugangsweg, der sich mehr und mehr etablieren wird. So bieten Tablets im Kundengespräch große Vorteile gegenüber Laptops. Letztere werden von Vertriebsmitarbeitern eher als Einstiegs- und Kommunikationsbarriere gesehen.
Smartphones schaffen Visualität
Die Komplexität der Versicherungsprodukte macht aber eine schnelle und verständliche visuelle Aufbereitung unverzichtbar. Daher haben Smartphones im mobilen Vertrieb ihre Berechtigung. Mit ihrer geringen Größe ermöglichen sie dem Vermittler, jederzeit und an jedem Ort auf aktuelle Angebote und Tarife zuzugreifen und damit auch in der Freizeit potenziellen Kunden gegenüber als kompetenter Berater aufzutreten. Dieser „Casual Sales Support“ gewinnt in Zeiten der Vermischung von Arbeit und Freizeit zunehmend an Bedeutung.
Die Entlastung von Vertriebsmitarbeitern in ihrer täglichen Arbeit birgt noch einen weiteren Vorteil für die Versicherer: Der Vertrieb über Makler und Maklerpools gewinnt für die Versicherungsunternehmen zunehmend an Bedeutung und damit auch die Rekrutierung neuer Vertriebspartner. Im Wettbewerb um kompetente Makler stellen innovative mobile und integrationsfähige Vertriebsanwendungen und -portale einen maßgeblichen Vorteil dar.
Neben den Vorteilen sehen sich Versicherungsunternehmen in der Einführung von Mobile Devices aber auch erheblichen Herausforderungen gegenüber. Beispielsweise wenn es darum geht, die Anwendungen für mobile Endgeräte in bestehende Prozesse und die Zugangswege existierender Vertriebskanäle zu integrieren.
Gefragt sind daher ein umfassendes, ganzheitliches Konzept und die Unterstützung eines kompetenten Partners. iic solutions hat ein methodisches Vorgehen entwickelt, die Nutzenpotenziale individuell von der Vertriebsstrategie des Versicherers abzuleiten und die Anwendungen optimal in bestehende Prozesse und in die vorhandene Multikanalarchitektur zu integrieren.
Hierfür bedarf es neben der Analyse der bestehenden Vertriebskanäle und der Konzeption geeigneter Anwendungsfälle einer Roadmap zur Integration der mobilen Zugangswege sowie Beratung bei der technischen Umsetzung. Entscheidend ist die Auswahl der geeigneten Plattform in Verbindung mit existierenden Branchenstandards. Der BiPRO-Standard stellt hierbei eine Chance dar, für mobile Services eine einheitliche Grundlage auf Basis vorhandener technischer Dienste und standardisierter Prozesse mit Weiterverarbeitung bei den Vertriebspartnern zu schaffen.
BiPRO als Chance und Lösung
Da herkömmliche Online- und mobile Services ähnliche Voraussetzungen in der IT-Architektur eines Versicherers erfordern, decken BiPRO-Normen auch Anwendungsfälle von Mobile Devices ab. So sind Versicherer, die auf den Standard setzen, in der Lage, ihren Kunden zusätzliche mobile Serviceleistungen anzubieten, ohne eine Explosion der Bereitstellungskosten befürchten zu müssen.
Makler und Maklerpools bringen die Angebote mehrerer Versicherer an Ziel- und Bestandskunden. Um deren Vertriebsalltag bei steigender Produktkomplexität zu optimieren, wird die standardisierte Bereitstellung der Dienste von Versicherungsunternehmen für die IT-Lösungen des Maklers zum Erfolgsfaktor.
Makler sind somit nicht auf die parallele Benutzung einer Vielzahl unterschiedlicher Maklerportale angewiesen. Auch hier leisten die Normen über standardisierte Webservices einen unverzichtbaren Beitrag für Effektivität und Kostenersparnis.
Bei der Standardisierung mobiler Services gibt es noch fachliche und technische Potenziale: Neben komplexen Versicherungsprodukten muss BiPRO im Angebots- und Antragsprozess auch auf die Unterstützung von Mini- und On-demand-Produkten ausgerichtet werden. Zudem lassen sich durch Mobile Devices weitere Prozesse integrieren, die heute noch nicht durch den Standard abgedeckt sind, wie etwa die Schadenregulierung.
Mobilität braucht Effizienz
Technische Restriktionen in mobilen Zugangswegen wie eingeschränkte Netzwerkbandbreite, Displaygröße und Leistungsfähigkeit der Endgeräte erfordern effiziente Protokolle und granulare Serviceschnittstellen.
Weiterhin gilt es, die Anforderungen eines komfortablen Authentifizierungsverfahrens zu berücksichtigen, welches Mehrfacheingaben vermeidet.
Das Fazit: Mobile Devices werden sich im Versicherungsvertrieb weiter etablieren und gegenüber anderen Zugangswegen an Bedeutung gewinnen.
BiPRO bietet hier ideale Voraussetzungen, um sich als Standard für mobile Endgeräte zu etablieren. Allerdings bedarf es einer Reihe von Erweiterungen und Anpassungen, die im Rahmen der Brancheninitiative weiter vorangetrieben werden müssen.