Mehr Effizienz schaffen

 
Heft 2/2010
 
Mehr Effizienz schaffen
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Autor: Wolfgang Luce,
Geschäftsführer von LUTRONIK Software.

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LUTRONIK Software GmbH

Prozessoptimierung im Maklerbüro.Einen Großteil seiner Zeit verbringt der Versicherungs-
makler heute damit, umfangreichen Verwaltungstätigkeiten nachzugehen. Um auf Kunden- und Vertragsinformationen zuzugreifen, korrekt zu beraten und dabei Angebote zu erstellen sowie vor allem seine Haftungsrisiken zu begrenzen, benötigt er eine umfassende Software.

Basis einer solchen Softwareorganisation könnte VIAS (VIASW) sein, die zentrale Kunden- und Vertragsverwaltung. VIAS ist seit über drei Jahrzehnten marktführend und bietet zu den grundlegenden Verwaltungsfunktionen eine umfassende Liste an Erweiterungsmodulen wie Provisionsabrechnung, Strukturabrechnung, Dokumentenarchiv, Versicherungsanalyse bis zu sehr fortgeschrittenen Funktionen im Abrechnungsbereich. Die Software stammt von LUTRONIK. Gerade im gehobenen Bereich der Industriemakler hat sich dieser Anbieter durch seine flexibel einsetzbare und leicht erweiterbare Software einen Namen gemacht.

Viele der Prozesse im Maklerbüro sind jedoch nicht auf diese internen Funktionalitäten beschränkt, sondern erfordern eine Kommunikation mit externen Partnern, meist der Kunde oder der Produktgeber. Während die Kommunikation mit dem Kunden über Druckformulare, Fax, Telefon und E-Mail bereits optimal läuft, hapert es bei der Verbindung mit den Versicherungsunternehmen.

Das Medium Papier ist hier bereits weitgehend abgelöst. Heutige Versicherungsbeiträge lassen sich nicht mehr über gedruckte Tariftabellen ermitteln. Längst stellt jeder Versicherer einen eigenen Tarifrechner zur Verfügung. Um dem Beratungsanspruch des Kunden zu entsprechen, müssen mit mehreren dieser Rechner Alterna-tivangebote berechnet werden. Durch fehlende Schnittstellen kommt es aber immer wieder zu überflüssigen Mehrfacheingaben, verbunden mit vielen Übertragungsfehlern.

Aufgrund der Vielzahl der Systeme war es bisher keinem Anbieter möglich, alle Tarifrechner, Vergleichsprogramme und Internetportale so mit dem Maklersystem zu verbinden, dass eine Übertragung der Daten ohne Medienbruch stattfinden kann.

Einen revolutionären Ansatz versuchte die Firma Indatex im Jahr 2000 mit dem Versprechen, über eine einzige Schnittstelle alle Versicherer anzubinden. Nachdem LUTRONIK schon im selben Jahr auf der Münchner Messe SYSTEMS gemeinsam mit Indatex einen Prototypen zeigen konnte, zogen im Laufe der nächsten Jahre auch einige Anbieter anderer Maklerverwaltungsprogramme nach.

Aber Indatex hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Die Versicherungsunternehmen weigerten sich hartnäckig, sich einer zentralen, monopolistischen Plattform anzuschließen und für jeden Datentransfer Transaktionsgebühren zu bezahlen. So kam es, dass nach einer Dekade intensivster Akquise lediglich eine Handvoll Versicherer auf der Referenzliste standen und das Unternehmen im Frühjahr 2010 in die Insolvenz gehen musste.

Der Markt musste einsehen, dass es für dieses Konzept keinen Raum gab. Daran ändert auch nicht, dass ein kleinerer Anbieter von Maklersoftware die Indatex-Technologie aus der Insolvenzmasse übernahm und zukünftig weiter betreiben will.

Allerdings hat die Insolvenz mittlerweile Trittbrettfahrer auf den Plan gerufen. So bietet ein Betreiber eines Vergleichsportals eine „Soforthilfe für Indatex-Partner“ an. Die potenziellen Nutzer sollten aber bedenken, dass ein Vergleichsportal nicht die Leistungsfähigkeit einer vollständigen Plattform verkörpert und wiederum einen „Man in the Middle“ darstellt, also den Monopolisten, den niemand möchte. Ein Scheitern ist nur eine Frage der Zeit.

Welche Rolle spielt die BiPRO?

Die BiPRO (www.BiPRO.net) ist der Zusammenschluss von Unternehmen der Versicherungswirtschaft, die sich der Optimierung von elektronischen Prozessen zwischen Versicherern und ihren Vertriebspartnern verschrieben haben. Die BiPRO-Normen schaffen eine Sprache, die sowohl von allen Versicherer- als auch von allen Maklersystemen verstanden wird. Somit kann jeder Makler auf dieselbe Weise mit jeder Versicherung kommunizieren, und zwar grundsätzlich ohne eine zentrale Plattform dazwischen.

Was bringen die BiPRO-
Normen?

Wenn ein Maklerverwaltungsprogramm wie VIAS eingesetzt wird, stehen schon jetzt einige Funktionen zur Verfügung, die auf den BiPRO-Normen basieren. LUTRONIK hat als Mitbegründer und Präsidiumsmitglied der BiPRO bereits umfangreiche Verfahren umgesetzt, beispielsweise die externe Navigation in VU-Portalen, die Beantragung und Registrierung von elektronischen Versicherungsbestätigungen (eVB) sowie die automatisierte Übertragung von Dokumenten, Dateien, GDV-Daten und Stör-fällen.

Obwohl die entsprechenden Dienste noch nicht von vielen Versicherern angeboten werden, lässt das große Interesse an der BiPRO jedoch hoffen. Im April 2010 zählte die BiPRO unter 125 Mitgliedern allein 48 Versicherungsgesellschaften. Es ist also künftig von einer breiten Verfügbarkeit von Diensten auszugehen, die nach diesem Standard arbeiten. Zur Verständigung sei hier aber noch einmal gesagt, dass die BiPRO lediglich die theoretischen Normen schafft und es den Marktteilnehmern überlässt, diese auch in der Praxis umzusetzen und in ihre Produkte zu integrieren.

LUTRONIK will kurz- und mittelfristig einige interessante Zusatzprodukte anbieten, um die Prozesse im Maklerbüro zu optimieren.

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