Vor rund 80 Jahren hat Pitney Bowes die Frankiermaschine erfunden. Seitdem ist viel passiert: Die modernen Maschinen sind Allroundtalente. Sie wiegen die Post, ermitteln automatisch das exakte Porto, drucken Werbebotschaften und können online mit neuer Software versorgt werden oder neues Guthaben aufladen.
Damit bieten sie Unternehmen Vorteile: Das maschinelle Frankieren ist bequemer und verleiht der Post ein professionelles Erscheinungsbild. Doch in letzter Zeit sieht es so aus, als sei die Frankiermaschine in Gefahr: Die digitale Kommunikation bedroht das Briefvolumen, Software- und Onlinelösungen stellen zusätzlichen Wettbewerb dar und immer mehr Briefe werden von alternativen Postdienstleistern transportiert.
Das Ende der Frankiermaschine? Im Gegenteil. Einige Pessimisten behaupten: Es werden immer weniger Briefe verschickt. Studien belegen: Das Briefvolumen bleibt stabil. Die Deregulierung führt zu sinkenden Portopreisen, dadurch wird es in den Marketingbudgets der Firmen Luft für weitere Mailingaktionen geben. Und das wiederum wird ein deutlich erhöhtes Postaufkommen zur Folge haben.
Es gibt also Verschiebungen – das Briefvolumen insgesamt aber bleibt stabil. Software-Frankierlösungen sind schon seit geraumer Zeit am Markt, konnten sich aber nicht richtig durchsetzen. Die Handhabung einer Frankiermaschine ist eben einfach bequemer als reine Software-Lösungen. Tatsächlich wurde 2006 bereits jeder zehnte Brief von einem alternativen Postdienstleister transportiert und die Post für private Anbieter kann zurzeit noch nicht mit einer Frankiermaschine frankiert werden. Aber auch das wird kommen: Alle Vorteile, die maschinelles Frankieren für die Deutsche Post bedeutet, gelten gleichermaßen für private Anbieter. Es ist kostengünstig, sicher und liefert außerdem zusätzliche Informationen. Deshalb werden auch private Postdienstleister künftig auf Frankiermaschinen setzen. Dann können Unternehmen ihre gesamte Post mit einer Frankiermaschine frankieren – egal, mit wie vielen Postdienstleistern sie zusammenarbeiten.
Ein klarer Trend, den Frankiermaschinen unterstützen, sind die so genannten Mehrwertdienste: Postdienstleister können mit ihren Kunden je nach Nutzerprofil spezielle Rabatte oder individuelle Verträge über Zusatzleistungen vereinbaren. Dann bekommen sie zum Beispiel einen unzustellbaren Brief nicht einfach mit dem Vermerk „Empfänger verzogen“ zurück, sondern erhalten die neue Adresse per E-Mail, während der Brief direkt an den umgezogenen Empfänger weitergeleitet wird. Auch zusätzliche Funktionen wie etwa die personalisierte Fotobriefmarke sind denkbar: Damit könnten Kunden sich künftig eigene Fotos auf ihre Frankiermaschine laden und diese dann als „Briefmarke“ verschicken.
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