Faktor Mensch

 
Heft 2/2010
 
Faktor Mensch
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Appian

Personenzentrisch zu Prozessverbesserungen.Mit Hilfe von Business-Process-Management (BPM) können – aufsetzend auf den etablierten Systemen (ERP, Datenbank, Mainframe) – alle Aktivitäten und Aufgaben in einem Unternehmen korrekt und automatisiert abgewickelt werden,
die einen Geschäftsprozess ausmachen. Weil das schnell und unkompliziert erfolgt, wird BPM speziell für Versicherungen interessant.

Die Assekuranz hat einerseits früh in IT investiert und ist andererseits wie kaum eine andere Branche durch Fusionen und Akquisitionen geprägt. Folglich nutzen viele Versicherungen heute regelrechte Softwareoldtimer und ausgeprägte IT-Monolithen, die den Ansprüchen an Flexibilität, Interaktivität und Bedienbarkeit nur schwer gerecht werden.

Da diese Oldtimer sich aber über Jahre bestens bewährt haben und ihre Neuentwicklung kostspielig, zeitraubend und riskant wäre, scheut ein CIO in der Versicherungsbranche gern vor ihrer Ablösung zurück. Hier kommt BPM ins Spiel, um die bewährten Inselsysteme in der IT zusammenzufügen und um dringend benötigte Zusatzfunktionen zu ergänzen.

Internationalisierung der BPM

Dazu ist es außerordentlich nützlich, wenn eine BPM-Suite wie Appian als Entwicklungs- und Laufzeitumgebung alle relevanten IT-Architekturen ebenso voll unterstützt wie eine „Internationalisierung“. Außerdem setzt Appian direkt beim Softwarenutzer an – rückt also den Menschen in den Mittelpunkt der Prozessoptimierung. Das heißt konkret: Die BPM-Suite bringt genau die Funktionen und Daten verschiedener Anwendungen, die ein Mitarbeiter für seine Aufgabe benötigt, unter einer Oberfläche an den Softwarearbeitsplatz. So verbirgt Appian die heterogene Lösungslandschaft vor dem Nutzer und präsentiert ihm eine einheitliche Sicht, die sich an seinem persönlichen Workflow orientiert. Dazu werden die beteiligten Anwendungen lose gekoppelt – ohne diese selbst in irgendeiner Form zu modifizieren. So bleiben die vorhandenen IT-Systeme trotz Anpassung oder Erweiterung releasefähig.

Geschulte Fachanwender oder die jeweiligen Prozessbeauftragten der Versicherung, die für Änderungen der Geschäftsprozesse autorisiert sind, können die Gestaltung und Modifikation der Prozesse und der sie unterstützenden Software sogar selbst übernehmen. Der Vorteil: Sie müssen also nicht auf eine Implementierung durch die IT-Abteilung oder ein beauftragtes Softwarehaus warten. Dank der multilingualen Appian-Features lassen sich die neuen Applikationen in der Sprache des Users entwickeln, die dann mittels Sprachlokalisierung Grenzen und Sprachbarrieren innerhalb des Unternehmens überwinden helfen.

Die für einen Geschäftsprozess relevanten Dokumente, Schnittstellen und Entscheidungen lassen sich sehr einfach adressieren. Auf diese Weise können sogar ausgesprochene IT-Laien sämtliche User-Interfaces – beispielsweise Formulare oder Bildschirmmasken – per Wysiwyg-Editor selbstständig erstellen. Das Reporting kann in Echtzeit erfolgen, individuell und auf Basis rollenbasierter Richtlinien. Sind die Geschäftsprozesse am Bildschirm modelliert worden, lassen sich die erstellten Modelle auf Basis von Simulationen testen. Nach erfolgreichem Test sind diese Modelle direkt ausführbar; eine Programmierung erübrigt sich. Das erspart Zeit und eliminiert Fehlerquellen ebenso wie die Tatsache, dass die Fachanwender etwaige Änderungen an Prozessparametern mit Appian selbst vornehmen können.

Das Geschäft steuert die Prozesse

Das ist wichtig, damit die Experten in den Fachabteilungen der Unternehmen das BPM-Tool selbst nutzen – was den Einsatz von Softwarearchitekten, Systemdesignern und Beratern ganz erübrigen oder zumindest auf Kernbereiche beschränken kann. Den Fachleuten helfen allgemeinverständliche Appian-Features bei heiklen Aufgaben wie Business-Event-Processing oder Business-Transaction-Assurance, ihre Ideen einer besseren Organisation schnell und direkt umzusetzen. Das gelingt, weil Appian ganzheitlich einen vierstufigen Prozessentwicklungszyklus unterstützt – vom Prozessdesign über die Implementierung und den überwachten Betrieb bis hin zur Optimierung.

Dieser ganzheitliche Ansatz ist vor allem für Versicherungen interessant, die in den vergangenen Jahrzehnten ja für die verschiedenen Konzernbereiche und Tochterfirmen Softwarelösungen geschaffen haben, jetzt aber über die Firmen-, Abteilungs- und Bereichsgrenzen hinweg koordinierend aktiv werden wollen. Ein Geschäftsprozess orientiert sich ja nicht an den eingesetzten oder geplanten Softwarelösungen, sondern an den Erfordernissen des Business.

Das einfache Handling der BPM-Suite gestattet es Fachabteilungen, die eine Modernisierung oder Erweiterung ihrer IT-Systeme wünschen, entsprechende Prozessapplikationen eigenständig zu generieren und diese dann bei Bedarf auch – sogar von einem Tag zum anderen – an neue Gegebenheiten (Gesetze, Anforderungen seitens von Kunden und Ähnliches) anzupassen. In den Möglichkeiten dazu unterscheiden sich heutige BPM-Produkte noch gravierend – vor allem dadurch, wie sie die Geschäftsprozesse adressieren: Über die involvierten Personen oder über die anfallenden Dokumente, über die Integrationsthematik oder über die notwendigen Entscheidungen – oder aber wie Appian, das alle vier Wege unterstützt.


Autor: Berthold Wesseler,
freier Journalist in Brühl/Rheinland

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