Die Erfolgsstory der Assekuranz

 
Heft 4/2011
 
Die Erfolgsstory der Assekuranz
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40 Jahre Versicherungsfachwirt.Es war an jenen Tagen des 4., 5. und 6. März 1971. 23 Prüfungskandidaten saßen in der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes und brüteten über ihren Prüfungsfragen. Unter ihnen: Rainer Otto, heute Prokurist der Saarland Versicherungen, und Hans-Werner Franzen, nach erfolgreicher Karriere in der Assekuranz heute Sachgebietsleiter einer Bundesbehörde. Erstmalig in Deutschland sollte die Berufsbezeichnung „Versicherungsfachwirt“ vergeben werden. Am Ende bestanden alle die Prüfung und erhielten am 23. März 1971 in einer Feierstunde die Urkunden. Der Erfolgsweg für weitere 40.000 Fachwirte in der Versicherung war vorgezeichnet.

Presse, Funk und Fernsehen waren zugegen, als am 23. März 1971 die ersten 23 Versicherungsfachwirte in Deutschland ihre Ernennungsurkunden erhielten. Und auch reichlich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Versicherungsbranche. Auch der damalige Vorsitzende des Berufsbildungswerkes der Versicherungswirtschaft, Prof. Dr. Müller-Lutz, gab sich die Ehre und betonte in seiner Ansprache die herausragende Bedeutung dieses Moments. Es sei eine neue Qualifikationsstufe geschaffen worden. Der Titel „Versicherungsfachwirt“ sei das Ergebnis jahrelanger Bemühungen um eine Verbesserung der Fort- und Weiterbildung in der Assekuranz. Er hebe das Vertrauen in die Versicherungswirtschaft, welches letztlich auf den Erfahrungen und Kenntnissen der Mitarbeiter beruhe. Es müsse irgendwann selbstverständlich sein, diese Prüfung abzulegen, um sich als Fachmann auszuweisen.

Die Wegbereiter

Erfolgskonzepte haben immer viele Väter. Und es haben damals sicher viele an der Entwicklung des Versicherungsfachwirts mitgewirkt. Dennoch kann man wohl einen Wegbereiter besonders hervorheben: Prof. Dr. Heinz Leo Müller-Lutz, seinerzeit Vorstandsmitglied der Allianz und langjähriger Wegbegleiter dieser Zeitschrift. Bereits 1958 soll Müller-Lutz Überlegungen angestellt haben, wonach es damals im Anschluss an die Kaufmannsgehilfenprüfung keinen vernünftigen Weg der beruflichen Weiterqualifizierung gab, berichtet Autor Peter Koch in seinem Buch: „60 Jahre Berufsbildung in der Deutschen Versicherungswirtschaft. Vom Autodidakten zum geprüften Versicherungsbetriebeswirt und Bachelor“ (Herausgeber: BWV; Karlsruhe; VVW 2009).

Zunächst gab es dann Überlegungen, ein Fern- und Abendstudium zu etablieren. Das gelang auch ansatzweise. Erste Prüfungen fanden 1968 in München und 1969 in Hamburg statt. Am Ende fehlte diesen Abschlüssen aber die nötige öffentliche Anerkennung.

Es war wiederum der unermüdliche Prof. Müller-Lutz, welcher nichts unversucht ließ, die Weiterbildung in der Assekuranz voranzubringen und dem damaligen Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHT) den Vorschlag unterbreitete, alle zuvor freiwilligen Prüfungen auf die Kammern zu verlagern und für den erfolgreichen Abschluss die Bezeichnung „Versicherungsfachwirt“ zu vergeben. Der DIHT nahm die Anregung positiv auf. Und so konnte der damalige Berufsbildungsausschuss Anfang 1971 die ersten Prüfungen zum Versicherungsfachwirt in Hamburg, Köln, München und Saarbrücken ankündigen.

Die Saarländer waren dann an jenem 25. März 1971 die Ersten in Sachen Versicherungsfachwirt. Alle 23 Absolventen des dortigen Abendlehrganges bestanden die Prüfung an der IHK des Saarlandes, darunter auch unsere eingangs benannten heute noch namentlich bekannten Kandidaten. Für Hans-Werner Franzen war das Erlebnis so bedeutsam, dass er bis heute die damals gestellten Prüfungsfragen aufbewahrt hat. Wir geben ein paar „Kostproben“ davon auf diesen Seiten wieder.

An den übrigen Prüfungsorten in Deutschland schlossen dann bereits 1971 weitere 165 Teilnehmer ab. Und 1972 legte sogar der Begründer des neuen Bildungsweges, Prof. Müller-Lutz, selbst die Prüfung zum Versicherungsfachwirt ab – mit Erfolg natürlich!

Geburtsstunde des VDVF

Die neue Berufsqualifikation zum Versicherungsfachwirt erlangte in der Assekuranz höchste Anerkennung und riesigen Zuspruch. Um den Absolventen auch nach dem Abschluss die Möglichkeit zur Weiterbildung und zum Erfahrungsaustausch mit Kollegen zu bieten, konstituierte sich bereits 1973 der Verein Deutscher Versicherungs Fachwirte (VDVF). Und wieder war auch hier Prof. Müller-Lutz nicht ganz unbeteiligt.

Schon kurze Zeit später gelang es Prof. Müller-Lutz, dem VDVF mit der Zeitschrift versicherungsbetriebe auch ein Forum für die Darstellung in der Öffentlichkeit zu verschaffen. Eine Verbindung, die bis zum heutigen Tag Bestand hat.

Die Rolle des BWV

Eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit dem Erfolg des Versicherungsfachwirts spielt selbstverständlich auch das Berufsbildungswerk. Von Beginn an wurde die berufliche Qualifikation betreut durch Seminare für Dozenten, Referenten und Prüfer der IHKs. 1976 legten das BWV und der DIHT spezielle Rechtsvorschriften für die Fortbildung zum Versicherungsfachwirt vor.

Nach einigen Weiterentwicklungen entstand schließlich im Jahre 2008 der „Geprüfte Fachwirt für Versicherungen und Finanzen“, welcher auch die Anforderungen des Gesetzgebers an die Beratungsqualität erfüllt. Außerdem soll damit die Kompetenz für verantwortliche Positionen in der Versicherungs- und Finanzwirtschaft ausgewiesen werden. Damit ist der Fachwirt also auch kein Relikt aus der Vergangenheit, sondern ein Modell für die Berufsqualifikation von heute und morgen. An dieser Entwicklung hatte in den letzten Jahren das BWV maßgeblichen Anteil.

Und damit ist auch das Vermächtnis von Prof. Müller-Lutz nachhaltig erfüllt. Nämlich eine Berufsqualifikation zu schaffen, die Anerkennung findet und somit der Assekuranz den erforderlichen Fundus an hochqualifizierten Mitarbeitern schafft.

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