Die Implementierung des von SoftProject entwickelten „X4 Enterprise Service Bus“ startete bei der R+V Versicherung im Jahr 2004. „Bis dahin wurden alle Vorgänge wie Preiskalkulationen, Angebots- und Policenausdruck bis zur Rechnungserstellung und Zahlungskontrolle zwischen der Zentrale und den Außenstellen in den Volks- und Raiffeisenbanken, Agenturen und bei den Maklern zwar schon elektronisch auf der Basis von IBM Websphere MQ übermittelt. Die Transformation der Daten für die Weiterverarbeitung in unterschiedlichen Anwendungen war aber noch nicht möglich“, erklärt Karl Wilhelm Nilles, bei R+V verantwortlich für den IT-Betrieb der Anwendungskommunikationsplattformen.
„Wir haben den Auftrag im Rahmen einer Ausschreibung gegen mehrere Anbieter gewonnen, weil wir in einem Proof of Concept und nachfolgend im Workshop anhand eines effizient umgesetzten Beispielprozesses am besten unter Beweis stellen konnten, dass SoftProject nicht nur die technische Kompetenz für die schnelle und erfolgreiche Realisierung des umfangreichen Projektes hat, sondern mit dem ,X4 Enterprise Service Bus‘ auch die perfekte technische Basis“, freut sich SoftProject-Geschäftsführer Dirk Detmer.
Die perfekte Plattform
Nachdem die Anbindung aller Außenstellen für die Abwicklung der versicherungstypischen Basisprozesse erfolgreich abgeschlossen war und X4 seine Qualitäten beweisen konnte, war für R+V eine logische Konsequenz, die Technologie für viele weitere Einsatzgebiete zu nutzen. „Interessant war für uns natürlich, dass es für die Integrationsplattform bereits so zahlreiche vorkonfigurierte branchentypische Standardschnittstellen, die so genannten Adapter gab, für die nur kleine Anpassungen an unsere Workflows notwendig waren“, so Nilles.
Performance und
Hochverfügbarkeit
Nach den entsprechenden Schulungen durch SoftProject konnten die IT-Spezialisten des Versicherers diese mit geringem Aufwand mit Hilfe des „X4 Designers“ selbst grafisch modellieren und im selben Schritt auf der Integrationsplattform automatisch umsetzen. Als technisch hochinteressant erwies sich das sehr umfangreiche Projekt „Inka“ für die Anbindung von SAP an den zentralen Großrechner, um die kaufmännischen SAP-Daten wie Bankverbindungen oder Zahlungsfreigaben und hosttypische Stammdaten direkt zwischen den Systemen und Anwendungen austauschen zu können. Zentrales Werkzeug dafür ist der „X4 SAP-Adapter“, der auf dem X4-Server installiert wird. Er ermöglicht die einfache Anbindung des SAP-Systems an den Host ohne Programmierung und übernimmt den Datentransport zwischen den Systemen in Form von XML-Dokumenten. „Der Knackpunkt war, die Verarbeitung der Requests auch in Echtzeit zu realisieren“, erinnert sich Dirk Detmer. Deshalb musste SoftProject in einem Proof of Concept nachweisen, dass die X4-Software die hohen Performanceanforderungen erfüllen kann.
Onlineportal RV24
Höchste Performance und 24-Stunden-Verfügbarkeit waren die technischen Themen für die Realisierung des Onlineportals RV24 für Kfz-Versicherungen. Hierbei sollte die Portaloberfläche an den Host und den Tarifrechner der R+V Versicherung angebunden werden. Um die hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit der Prozesse für schnelle Tarifergebnisse und die Hochverfügbarkeit rund um die Uhr zu garantieren, werden mehrere X4-Server im Cluster verteilt auf mehreren Standorten betrieben.
Vielfältiges
Schadenmanagement
Parallel zum RV24-Portalprojekt wurden auch externen Vertriebspartnern und Serviceplattformen einige Dienstleistungen als Webservice zur Verfügung gestellt. Dazu gehören unter anderem Tarifberechnung, Antragerstellung, Antragdruck und Onlineversand für die Dunkelverarbeitung. Dadurch konnten Prozesse von den Softwareherstellern in deren eigene Anwendung integriert werden, was von den Vertriebspartnern als sehr vorteilhaft angesehen wird.
Ein weiteres Projekt betraf die Anbindung des Brandschadensanierers Sprint, um die Abwicklung von Fachschäden über das GDV-Format mit der R+V-Zentrale austauschen zu können. „Die Übermittlung von Sachschäden mit Hilfe von GDV-Nachrichten war ein weiterer Meilenstein“, so Dirk Detmer. Eine weitere Aufgabenstellung im „Sachschaden“ war der Einsatz von X4-Services für das Glasschadenmanagement.
Strategisches Produkt
„Seit der Ersteinführung von X4 sind nun mittlerweile sechs Jahre vergangen, in denen wir gemeinsam mit SoftProject eine Vielzahl von Geschäftsprozessen automatisiert haben. Innerhalb kürzester Zeit haben unsere IT-Mitarbeiter dann in Schulungen und Learning by doing genügend Know-how über die Software erarbeitet, so dass wir heute in der Lage sind, mit der einfach bedienbaren Entwicklungsumgebung neue Workflows selbst zu gestalten und zu implementieren“, erklärt Karl Wilhelm Nilles.
Dazu gehört auch die Einführung der elektronischen Versicherungsbestätigung als Ablösung der Versicherungsdoppelkarte, die seit März 2008 für alle Kfz-Versicherer Pflicht ist.
„Der ,X4 Enterprise Bus‘ mit seinen vielfältigen branchentypischen Adaptern und R+V-spezifischen Anpassungen ist heute ein strategisches Produkt, das garantiert, dass unsere Prozesse transparent laufen und jederzeit an neue Anforderungen anzupassen sind. Wir können heute viele Vorgänge schneller und dank der medienbruchfreien Abwicklung fehlerfrei abarbeiten. Weil sich regelmäßig neue Aufgaben ergeben, wird es auch für den Einsatz von X4 immer neue Herausforderungen geben“, so Karl Wilhelm Nilles abschließend.
X4 wird kontinuierlich im Dialog mit Kunden weiterentwickelt. So wurde die auf Eclipse basierende X4-Entwicklungsumgebung bei R+V 2009 erfolgreich eingeführt.