Ausblicke, Einblicke, Meinungen

 
Heft 2/2010
 
Ausblicke, Einblicke, Meinungen
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Stephen Coburn - Fotolia.com,

40 Jahre versicherungsbetriebe im Blickfeld der IT-Szene.versicherungsbetriebe verstand sich stets als Bindeglied zwischen den Investitionsentscheidern in der Assekuranz und der anbietenden
Industrie. Deshalb sollen auch zum Jubiläum Experten aus der Szene der Berater, Unterstützer und Lösungsanbieter zu Wort kommen. Hier die Statements:





Christian Frenzel: Anforderungen steigen

 

Christian Frenzel: Anforderungen steigen
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Christian
Frenzel,

Prokurist GENEVA-ID.

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GENEVA-ID GmbH,

Die Beziehung von Versicherungswirtschaft und IT ist heute eng, aber keineswegs immer konfliktfrei: Einerseits steigen die Ansprüche der Versicherungswirtschaft an die Lösungen der IT, andererseits stellen die aktuellen Individualisierungsbestrebungen Herausforderungen an die Kostenstrukturen. Die Versicherungswirtschaft muss heute auf viele exogene Einflussfaktoren reagieren und trotz der sich dauernd ändernden Rahmenbedingungen langfristige Leistungszusagen geben. Hierzu bedarf es Hilfsmittel, die durch eine leistungsfähige IT-Ausstattung erst möglich werden und – intelligent umgesetzt – mit einer tragfähigen Kostenstruktur darstellbar sind. Langfristig ist hier keine Änderung absehbar. Somit sorgen die Herausforderungen in der Produktwelt, in der sich verändernden Vertriebskommunikation und in der Individualisierung der Verbraucherinformationen für steigende Anforderungen an die IT-Infrastruktur. Gefragt sind moderne produkt- und geschäftsprozessgetriebene Bestandsführungssysteme sowie vertriebskanalübergreifende Point-of-Sale-Systeme.

Kathie Schoenleben: Weg in die Zukunft

 

Kathie Schoenleben: Weg in die Zukunft
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Kathie Schoenleben,
Leader Insurance Business Development Germany, IBM Deutschland.

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IBM

Die Unternehmensberatung der IBM und das Institut für Versicherungswirtschaft (I.VW) der Universität St. Gallen haben vor Kurzem ermittelt, was Versicherungskunden in Europa von ihrem Versicherer erwarten und inwieweit die Branche auf diese Kundenanforderungen vorbereitet ist.

Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Versicherer müssen weiter an ihrem Image arbeiten, nationale Besonderheiten berücksichtigen und nach Kundentypen differenzieren. Nur wer die Erwartungen und Wertvorstellungen der Kunden in seine Strategie mit einbezieht, sichert sich deren Loyalität auch langfristig. Die befragten deutschen Konsumenten setzen laut Umfrage vor allem auf Beratung und individuelle Angebote.

Gestiegene Verbrauchererwartungen, aber auch zunehmende regulatorische Anforderugen stellen die deutsche Versicherungswirtschaft insgesamt vor eine Vielzahl an Herausforderungen, deren Tempo spürbar gestiegen ist. Der Weg zum Erfolg in der Versicherungsbranche führt aus IBM-Sicht über drei Innovationsansätze: Kundenzentrierung, Informationsmanagement und Industrialisierung.

Nur Versicherungsunternehmen, die die Erwartungen und Wertvorstellungen der Kunden in ihre Strategie mit einbeziehen, sichern eine langfristige Kundenbindung und Wachstum. Multikanalansätze und die Etablierung von Servicecentern bringen Versicherungsunternehmen näher zu ihren Kunden und sichern den Erfolg am Markt.

Kostendruck und hohe Ansprüche an die Flexibilisierung von Geschäftsprozessen beeinflussen den Versicherungsmarkt stark. Die Lösung bringt unter anderem ein komponentenorientiertes Geschäftsmodell. Mit der Entwicklung hin zu industrialisierter IT lässt sich dieses Thema adressieren.

Im Sinne der Prozess- und Entscheidungsunterstützung ist der professionelle Umgang mit allen verfügbaren Daten für Versicherer in der Zukunft unumgänglich. Wesentlich mehr Informationen und eine bessere Nutzung von Informationen sind notwendig, um mehr Service – aber auch neue Produkte – zu etablieren.

Markus Rosenbaum: Fünf Zukunftstrends

 

Markus Rosenbaum: Fünf Zukunftstrends
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Markus Rosenbaum, Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig: „Das Fachmagazin versicherungsbetriebe hat in Vergangenheit und Gegenwart fortlaufende Zukunftskompetenz unter Beweis gestellt. Das ist der Grund für das 40-jährige Jubiläum, das nun begangen wird – für ein Fachmagazin eine bemerkenswerte Leistung. Herzlichen Glückwunsch.“

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Versicherungsforen Leipzig,

Aufgrund der Zukunftsbezogenheit und des Langfristcharakters von Versicherungsprodukten sind die strategischen Entscheidungen von Versicherungsunternehmen besonders abhängig von langfristigen Entwicklungen und Trends. Fünf Trends seien beispielhaft für die kommenden Jahre aufgeführt:

Die Internationalisierung der Wirtschaft sowie Schwankungen und Krisen innerhalb der Binnenwirtschaft erhöhen den Druck auf nationale Regierungen zum Schutz der eigenen Märkte.

Immer mehr Kundengruppen emanzipieren sich, sie werden kritischer, anspruchsvoller und gehen mit ihren verfügbaren Einkommen bewusster um. Damit wird es für Versicherer notwendig, noch effizienter zu arbeiten, so dass sie nach neuen Möglichkeiten der Automation und Standardisierung von Geschäftsprozessen suchen müssen.

Soziale Strukturen, insbesondere Familienformen, differenzieren sich immer weiter aus. Verstärkt wird diese Entwicklung u.a. durch die unausgewogene Verteilung des Wohlstands, die zunehmende Mobilität und Selbstbestimmung jedes Einzelnen. Im Zuge dieser Entwicklungen müssen langfristig stabile Geschäftsmodelle hinterfragt und durch flexible, anpassungsfähige Produktkonzepte ersetzt werden.

Voraussetzung für solche flexiblen Produktkonzepte und damit Geschäftsprozesse ist eine grundlegende Modernisierung der IT-Architekturen hin zu agilen Systemstrukturen.

Die zunehmende Schnelligkeits- und Flexibilitätsorientierung zwingt Versicherungsunternehmen dazu, Kernprozesse zu definieren und ergänzende Kooperationen mit Partnern, auch mit anderen Versicherern, einzugehen.

Für die zukünftige Ausrichtung von Versicherern ist entscheidend, die Entwicklungen nicht nur in Teilausschnitten zu analysieren und zu bewerten, sondern auch mögliche Wechselwirkungen und Verknüpfungen entlang der Wertschöpfungskette und zu anderen Branchen zu beachten.

Kurzinterview: Reinald Bednara und Thomas Klein von Capgemini sd&m

 

Kurzinterview: Reinald Bednara und Thomas Klein von Capgemini sd&m
Fotostrecke: (2 Bilder)

Reinald Bednara, Leiter Center of Competence Versicherungen bei Capgemini sd&m.

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Capgemini sd&m

Kunden gewinnen und mit gutem Service zu binden, ist wettbewerbsrelevant und bleibt die Herausforderung für Versicherungsunternehmen. Wo sehen Sie aktuell die Innovationstreiber der deutschen Versicherungswirtschaft?

Reinald Bednara: Ein intensiver Verdrängungswettbewerb und die Reregulierung des Gesetzgebers verstärken den Handlungsbedarf hinsichtlich Industrialisierung und Prozessoptimierung. Technologische Innovation, die zunehmende Digitalisierung der Kommunikationsschnittstellen oder Ansätze für eine integrierte Lösung zur Bearbeitung von Anrufen, Briefen, Fax und E-Mail schaffen die Voraussetzung, um einerseits Kostenvorteile im Betrieb und durch Shared Servicecenter zu realisieren und gleichzeitig verbesserte Leistungsangebote im Vertrieb oder im Schadenmanagement zu entwickeln.

Haben Sie ein konkretes Beispiel?

Reinald Bednara: Schadenmanagement ist derzeit ein Topthema der Versicherungswelt. Zur Regulierung von Schäden werden große Summen aufgewendet. Durch den großen Hebel führt jede Verbesserung der Schadenabwicklung zu spürbaren Kostenersparnissen. Allerdings dürfen die Optimierungsmaßnahmen die Servicequalität nicht beeinträchtigen.

Thomas Klein: Die Kunden nutzen mehr und mehr neue Technologien im privaten Leben. Diesen Umstand müssen Versicherungen für sich nutzen. Doch wie bringt man diese Welten zusammen? Große Unternehmen wie AXA oder Zurich stellen Apps für Smartphones wie dem iPhone kostenlos zur Verfügung, um im Schadenfall die Kunden wirksam zu unterstützen. Es entsteht eine Win-win-Situation, die aber nur einen ersten Schritt bedeutet. Uns interessieren die Auswirkungen dieser Kommunikation auf den gesamten Versicherungsbetrieb von Organisation, über Prozesse bis hin zu IT-Systemen und Betrieb. Ein spannendes Thema! Um dieses begreifbar zu machen, haben wir mit einem unserer Produktpartner Szenarien zur Beschleunigung und Verbesserung der Schadenprozesse in Bits und Bytes umgesetzt. Ein interessanter Ausblick in das Schadenmanagement der Zukunft.

Herr Bednara, Herr Klein, wir danken für dieses Gespräch!

L.-M. Reitinger: Eine Plattform für alles

 

L.-M. Reitinger: Eine Plattform für alles
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Ludwig-
Maximilian
Reitinger,

Geschäftsführer MAKLERSOFTWARE.COM, Neßlbach.

Bild:
MAKLERSOFTWARE.COM GmbH

In der Versicherungs-IT wird sich vor allem ein Trend in den nächsten drei Jahren durchsetzen: Die Verbesserung der Vernetzung von Softwareanwendungen. Was schon seit Jahren in der Tourismusindustrie funktioniert, fehlte bisher in der Versicherungsbranche. Über eine Plattform, wie etwa Opodo oder HRS, werden Angebote mehrerer Partner direkt angesprochen. Dagegen müssen die Versicherungsmakler, um Angebote zu berechnen oder zu vergleichen, noch immer alle dafür notwendigen Programme einzeln öffnen und die Daten jedesmal neu eintippen. Daher wurde in Zusammenarbeit mit Versicherungsmaklern das erste Beraterportal entwickelt, das alle Programme in einem System vereint (metaSolution). Nur noch ein Portal öffnen, sich einmal anmelden, einmal die Kundendaten eingeben und Angebote berechnen, Produktvergleiche erstellen, den gesamten Beratungsprozess automatisch protokollieren, alle erstellten Dokumente in einer digitalen Angebotsmappe mit Barcode archivieren.

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